Drowning the Daemon

Dec 14, 2017 14:24 · 365 words · 2 minute read unterwegs das rockt mindstuff

Well. Erst mal willkommen, neues Tag: mindstuff.

Ursprünglich hatte ich ja überlegt, ein paar Tage an einem buddhistischen Retreat teilzunehmen. Die Regeln sind allerdings ziemlich krass, und ich war mir nicht ganz sicher, und daher hatte ich das erstmal abgeschrieben. Dann allerdings erzählte mir eine Zimmergenossin im Hostel von einem “2-day-retreat”, und das klang super und lag zeitlich perfekt.

Ich war dann also auf einem “2 day meditation retreat”. Das bedeutet, etwas mehr als einen Tag (so von ca. 13:00h bis 15:00h am nächsten Tag) …

  • eine Einführung in den Buddhismus
  • Erklärungen verschiedener Buddistischen Meditationstechniken (die in Europa allesamt unter “Awareness” bzw. “Achtsamkeit” fallen, da keinerlei Bezug zu Buddhismus)
  • Kontemplationen über das Essen, vor dem Essen
  • Morgens und Abends ein buddhistischer Chant für … etwas. War ja tibetisch oder so, ist also alles “Gibberish”.
  • Und dabei nicht reden. Gar nicht. Nicht abends, nicht morgens, nicht in den Pausen.

Das Ergebnis des ganzen: Mein Hirn weigert sich mit wirklich ALLEM was es hat, an nichts zu denken.

Die Methode ist dabei denkbar einfach: Man konzentriert sich auf den eigenen Atem, und sobald mal abschweift (und es bemerkt ;) bringt mal die Aufmerksamkeit einfach wieder dahin zurück. Einfach, oder?

Nun. Wenn man Atemzüge zählt - was eine Möglichkeit der Konzentration ist - dann kam ich bis 5. Einmal. Absoluter Rekord.

Mein Hirn generiert Bilder, Eindrücke, Emotionen, Gedankenfetzen, Geschichten, Erinnerungen und Möglichkeiten in einer geradezu atemberaubenden Frequenz. Und zu versuchen es nicht zu tun war irgendwie als würde man einen Dämon ertränken. Er wehrt sich mit allem was er hat (BILDER EINDRÜCKE GEDANKENFETZEN SORGEN ERINNERUNGEN …) und “spritzt” damit um sich wie ein, tja, eben ertränkt werdender Dämon.

Am Ende war mein armes Hirn so ausgelaugt dass ich mich nach dem Abschweifen nicht mal mehr daran erinnern konnte, worauf ich mich eigentlich konzentrieren sollte.

Ein wenig traurig war ich allerdings dennoch. Denn so gar nicht reden … das ist zwar super (super, super) angenehm. Auf der anderen Seite allerdings ist man dann doch sehr bei sich. Genau wie die meisten anderen. Daher findet da nicht unglaublich viel Interaktion zwischen den Teilnehmern statt.

Es war dennoch großartig. 10 Tage davon könnte ich mir allerdings nicht vorstellen. Mein armes Hirn.