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Nov 19, 2016 20:11 · 252 words · 2 minute read leben tod veraenderung

An einem Montag vor über 38 Jahren ging meine Mutter hochschwanger in ihre Praxis. Oder wollte zumindest, denn ich wollte an diesem Tag auch zum ersten mal irgendwohin gehen. Also wurde nichts aus Praxis, dafür stand ab diesem Tag mein Geburtsdatum fest.

Außer meiner Mutter und einer Hebamme war nur noch “die Nani” dabei, ab Sekunde 0, hat quasi zugeschaut und später selbst oft von dem Moment “und deine Mutter wollte noch arbeiten gehen” erzählt.

“Die Nani”, meine Patentante.

Seitdem war sie eine Konstante in meinem Leben. Eine für alle Beteiligten ziemlich anstrengende, denn unser Verhältnis ist schon sehr früh sehr bizarr geworden, ich glaube wir haben uns seit fast 30 Jahren konstant auseinandergelebt. Unabhängig von mir war sie eine immer elegante, durchaus charmante Dame mit einem eigenen Willen. Und immer da, denn sie hat bei uns gewohnt.

Denn sie war Teil der Familie.

Jetzt, genau 3 Wochen nach ihrem 90. Geburtstag, ist sie gestorben.

Und irgendetwas geht dadurch gerade zu Ende, was ich nicht in Worte fassen kann.

Ich bin allerdings froh, dass ich Gelegenheit hatte, mich von ihr zu verabschieden, ihr noch einmal die Hand zu drücken als sie schon bewusstlos war, und einfach da zu sein.

Ich bin auch froh, dass sie sich in den letzten Monaten stark verändert hat, sie ist viel weicher geworden, und unsere (nun gut, vor-) letzte Konversation sowie die davor war durchaus nett und angenehm. Was selten bis nie vorkam, vorher.

Ich bin sehr froh, sie am Ende so in Erinnerung behalten zu dürfen.