IFA & echte Nazis

Sep 7, 2011 10:23 · 429 words · 3 minute read das rockt ereignisse leben unterwegs

Dieter MeierKein fliegen, und man beschlißt - ich hatte ja nichts besseres zu tun - auf die IFA zu fahren. Benno entschließt sich spontan zur mitfahrt, undo gehts Samstag morgen Richtung Berlin. Das Messeleitsystem hat die beiden gehörig irritiert - Welches Leitsystem bitte? - aber trotzdem kamen sie irgendwie auf Anhieb an. Benno hatte recht schnell zu viel von lauter Flachbildschirmen, während der Bock sich fröhlich in der Musikhalle herumtrieb und Juke als potentiellen Service für sich entdeckte, und an einer Verlosung eines Soundsystems teilnahm. Dieses wurde vorgestellt von Dieter Meier, der Benno vollkommen unbekannt war - wat? Benno? - aber als ooooh yeaaahh langsam aus den Boxen tröpfelte meinte er “Ach der hat das gemacht?” - ja, Benno 🙂 . Ist ja auch schon ne Weile her, und nicht mal der Bock würde Boris Blank ohne Wikipedia zuordnen können. Gewonnen wurde nix, dafür bekam der Bock ein Autogramm von dem Meier.

Benno wollte anschließend nach hause, konnte aber überredet werden noch ein bißchen Berlin zu genießen. Man machte sich auf Richtung Friedrichstraße, diesmal der richtigen, denn das letzte Mal wurde der Bock von Uschi, der Navi, nach Spandau geführt, wo sowohl eine winzige Straße mit dem Namen “Oranienburger Tor” also auch eine etwas größere mit dem Namen “Friedrichstraße” unverschämterweise direkt nebeneinander existieren - also diesmal zum echten Oranienburger Tor und zur echten Friedrichstraße, und nicht dem bösartigen Plagiat in Spandau, und aßen erst Subway - also ehrlich, bäh, aber lustig, Subway in direkter Nachbarschaft zu Boss, Massimo Dutti, Wempe, Hermes, etc. - und dann Sushi in der Oranienburger. Nach bezahlen der exorbitanten Parkgebühr - drei EUR pro Stunde für einen Parkuhrparkplatz? Ihr seid doch nicht mehr sauber! - fanden sich beide anschließend noch in einer outdoor-Bar an der Spree wieder, tranken ein Bierchen und genossen das Leben.

Montags dann sah der Bock seinen ersten Nazi in freier Wildbahn, und zwar beim Arzt, genauer beim Orthopäden. Dort saß dieser mit einem hübschen Aviation “Thor Steinar”-TShirt - Ich fühlte mich irgendwie … beschmutzt: ausgerechnet ein aviation TShirt, du … Nazi! - dicken schwarzen Stahlkappenschuhen und presste sich eine Kühlkompresse auf die Schulter. Der Bock überlegte kurz, ob er sich die Schulter wohl bei seinem letzten Ausländerverprügeln verletzt hat, und wie ein Nazi so … kleingebildet aussehen kann: Groß, kahler Kopf, aber ein Gesicht wie ein linker Intellektueller, mit passender Nickelbrille und leicht verkniffenem/überheblichem Gesichtsausdruck. Die Mitbewohner des Bocks allerdings - und auch alle anderen Rostocker soweit - ließ diese Begebenheit jedoch total kalt (Ein Nazi? Und?).

Und gestern musste ein Flug wegen Seitenwind gecanceled werden - ist das eigentlich ein Wort?