Chris

Oct 22, 2010 00:10 · 281 words · 2 minute read leben

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Manchmal, wenn ich nachts durch die Stadt gehe, dann kommt mir eine seltsame Art von Einsamkeit. Ich laufe in der Mitte der Straße, und um mich herum sind Menschen. Unmengen von Menschen, aber alle in der Oase ihrer Wohnung. Manche essen, manche schlafen, manche haben Freunde oder den Partner dabei, manche sind auch nicht da. Alle sind nur ein paar Meter entfernt, aber es könnten auch ein paar hundert Kilometer sein, so wenig habe ich mit ihnen zu tun. Und dann komme ich heim, und dort ist niemand. Das ist manchmal traurig. Hast du dich dein ganzes Leben so gefühlt? Einsam?

Ich weiß es nicht. Ich kann das nicht nachvollziehen - aber ich kann es verstehen. Oder umgekehrt? Aber ich bewundere dich. Es hat eine so unglaubliche Konsequenz. Es ist so verdammt schlüssig. In sich. Es ist so … vollständig. Ich hätte deinen Mut nicht … oder, nein, deinen Frieden. Du klingst so furchtbar friedlich.

Ich kann mir vorstellen, wie du am Schreibtisch saßt, und schreibst, und ja, schreiben ist schwer. Worte sind eine Schicht über der Seele, aber so weit weg, so inadäquat, so unvollständig. Ich kann mir auch dein Lachen vorstellen, an den entsprechenden Stellen. Du sagst, du seist müde. Warst du auch in diesem Moment? Hast du abends geschrieben? Ich hätte. Herbst, und so - kalt, nass, dunkel. Passend.

Du warst auch ganz nah bei uns. Wir wohnen alle nicht weit weg. Es hätten auch hundert Kilometer sein können. Du wolltest alleine sein, getrennt sein von allem in der Oase deiner Wohnung. “Habe fertig”.

Wir werden dich trotzdem vermissen. Schade dass du an Weihnachten nicht dabei sein wirst. Du wirst sehr fehlen.

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Schlaf gut, Chris. Träum’ was schönes.