Aperture 3 vs. Lightroom 3

Feb 16, 2010 19:32 · 440 words · 3 minute read digital foto

Bäh. Aperture ist schön. Aber so unglaublich laaaaahm, das ist mehr als peinlich. Das ist beschissen. Lightroom ist … Adobe. Ich mag Adobe nicht so gerne. Tolle Funktionen, weniger toll implementiert.

Aperture punktet mit Bedienung. Es ist - relativ - einfach, gerade die Keyword-Verwaltung ist gut. Nein, geil. Wirklich vorbildlich gelöst. Gesichtserkennung ist auch nett, obwohl es ziemlich Probleme macht beim Import von iPhoto Libraries - hier hatte ich ziemlich viele Gesichter doppelt in einem Foto. Die Tastaturshortcuts sind eingängig - kennt man einen, kann man oft die anderen erraten. Die Bibliothek ist schön gelöst, deutlich schöner als in Lightroom, hier findet man sich sofort zurecht, sehr angenehm. Ebenfalls sind die Instrumente übersichtlich, alles in einer Leiste, untereinander. Lightroom ist hier sparsamer, dafür ist Apple ausschweifender, hat für mehr Dinge eigene Dialoge, Optionen, etc. Anders, aber angenehm anders. Manb kann sich außerdem einen hübschen automatik-Workflow einrichten. Einfacher als bei Lightroom, und mit mehr Reglern. Nach dem Aufbereiten von 25 Fotos fand ich schnell einen Rhythmus, wie es gut aussieht. Der fehlt mir bei Lightroom (noch).

Lightroom punktet mit Größe - 70 MB download vs. 500+ MB download. Uff. Außerdem mit Geschwindigkeit: Schnelllllll. Die Instrumente sind präziser, weniger - man bekommt nicht alles gleich angeboten. Dennoch macht editieren nach einer Weile einfach mehr Spaß, wozu zu einem sehr großen Teil die Geschwindigkeit beiträgt. Dazu kommt, dass ich - ganz subjektiv - den Eindruck habe, dass die Algorithmen bei Lightroom doch ein wenig ausgereifter sind (3beta). Aperture sieht gut aus, allerdings kann man in Lightroom z.B. direkt im Histogramm arbeiten, das geht bei Apple nicht. Die Bedienung insgesamt fühlt sich auch etwas durchdachter an, obwohl Aperture übersichtlicher ist. Sehr komischer Effekt. Die meisten Optionen ändert man genau dort, wo man sie haben möchte, diesen Eindruck habe ich bei Aperture nicht immer.

Negativ sind bei Aperture die Geschwindigkeit (und wie, das geht gar nicht!), und bei Lightroom finde ich das doppelte organisieren der Fotos schwachsinnig - erst Folder, dann Collections. Die Folder sind manuell, die Collections auch. Ich importierte einen Riesenstapel Fotos auf einmal - und die schwimmen jetzt alle in einem See ohne Bedeutung. Wenn man schon eine Bibliothek macht - warum dann nicht einfach eine, wo jedes Foto eindeutig einem Eintrag zugeordnet wird? Warum muss man sich mit einer halbautomatischen und zwei virtuellen Folder-Strukturen herumschlagen? Klares Plus für Aperture - der “Apple-Weg” ist hier einfach besser. Schade ist auch die fehlende Gesichtserkennung, obwohl das für “Profis” wohl nebensächlich ist. Nett ist es trotzdem.

Fazit: Nervt. Beide haben große Stärken. Habe jetzt mal eben 200 Fotos mit Aperture verwaltet, das geht gut, aber ist saulahm. Jetzt mache ich den Testlauf mit Lightroom.