Im Rhythmus kauen

Jul 5, 2009 01:13 · 387 words · 2 minute read das rockt unterwegs

Heinerfest. Ich war nicht in der Schirn, wie ich eigentlich vorhatte, dafür auf einem Livekonzert im Carree auf dem Darmstädter Heinerfest. Und es war geil.

Naja, die Hälfte.

Erster Teil: Boom Gang. Eine Band, in der die Mitglieder so debil-idiotische Namen haben wie “Onkel Tom” und “Da Rybbla”. Total daneben. ABER - sie haben Stil. Auftritt: Alle in weißen Hemden und mit schwarzer Krawatte. Und dann rocken sie was das Zeug hält. Sehr geil. Die Namen … naja, die hört und sieht man ja nicht, wenn sie ihre Show machen. Wen interessierts also, wenn die Show gut ist? Richtig. Mich nicht. Und die Show ist gut. Die Headbang-Version von Hot Chocolate war schon sehr geil, durchgängig tanzbar, querbeet und alles “boomerisiert”. Das klingt zwar wieder total debil, funktioniert aber. Ein Stil, Rock- und Tanzgroove konstant oben. Geil!

Zweiter Teil: Der Horror - äh, entschuldigung: Sushiduke. Was für ein Unterschied. Erstens: Sie sehen aus, als hätte man sie gerade aus einer beliebigen Bierkneipe herausgezogen. In den Klamotten von gestern Abend. Der Sänger faselt nur Mist. Sie haben eine Sängerin, die heisst “Kampfhuhn” (ok, das ist witzig!), und der Iro auf ihrem Kopf ist wohl die Vorlage zu dem Iro auf dem idiotischen Fischlogo. Sie war auch stimmlich die beste, und rockte immer schön vor sich hin.

Zweitens: Sie sind gute Musiker, und das ist leider seeeehr hinderlich. Wähend die Boomer konstant ihren Stil verfolgen und den Groove hochhalten wird hier gefrickelt, pausiert, dumm gelabert, künstlich in die Länge gezogen, und irgendwie wollte der Funke bei mir so gar nicht überspringen. Besonders äääätzend - im Schnitt waren die Lieder älter als ich. Ich finde Highway to hell halt schon transzendent ausgelutscht. Dann kam noch Münchner Freiheit. Corey Hart. Kim Wilde. War schon zu alt als ich jung war.

Die männlichen Sänger überschätzen sich dazu noch grandios, U2s Klassiker “With or without you” klang eher nach zu viel Bier als nach einer Ballade. Ich zähle insgesamt sieben Songs, die mich irgendwie motivierten, mich zu bewegen - und bei einem war ich auf dem Klo. Das war auch - mit großem Abstand - der neueste: Angels, von Robbie. Don’t you forget about me und Land of Confusion funktionierten dann auch trotz des Sängers, nicht wegen ihnen.

Grauenhaft.

Merken: Sushiduke - meiden unter allen Umständen. Boom Gang - yo, jederzeit gerne wieder.