Straßenbahnen sind keine Boxsäcke

Mar 14, 2008 09:43 · 269 words · 2 minute read das nervt idioten menschen

Gestern wäre ich vor lauter Wut beinahe in eine fahrende Straßenbahn gesprungen. Was war passiert?

Ich jogge zur Haltestelle, die Bahn ist gerade eingefahren, die Türen waren schon auf, ich stieg ein. Ich hatte einen Zehn-Euro-Schein zum Bezahlen. Erster Fehler - die Fahrkartenautomaten in den Bahnen nehmen nur Hartgeld (nicht mal Geldkarte). Aus einem unerfindlichen Grund fand ich es bisher nicht Wert, diese Information explizit in meinem Hirn zu speichern und zu indizieren - ich war daher darauf nicht vorbereitet. 

Ich ging mit Schein zum Fahrer und fragte höflich, ob er mir den kleinmachen könne. Die Antwort war harsch, unfreundlich, und die darauf folgende Diskussion enthielt in etwa diese Satzbrocken: “Bevor man fährt muss man sich schon die allgemeinen Beförderungsbedingungen anschauen”, “Das weiß hier jeder”, “Dann fahren Sie jetzt schwarz”, “Das ist bekannt”, “An der nächsten Haltestelle ist ein Automat, aber ich warte nicht”,  “Dann fahren Sie jetzt schwarz”.

Dann kam wieder der Automat-am-nächsten-Halt-Satz, und ich sagte: “Würden Sie dann mal eine Minute warten, bis ich eine Karte habe?”

Antwort: “Wenn Sie dann eine Karte haben nehme ich Sie jederzeit wieder mit”. (Man beachte die Formulierung … ein Schelm, wer Böses dabei denkt)

Ich steige also aus, löse eine Karte. Zeit: 20 Sekunden. Drehe mich um, hebe den Finger, um die Tür zu öffnen. Zeit: 5 Sekunden. Die Bahn fährt los - bevor mein Finger den Knopf berührte.

25 Sekunden später rief ich bei der HEAG an, und meldete mich mit den Worten: “Ich möchte mich vehement über einen Ihrer Fahrer beschweren”. Der Mann am anderen Ende zeigte netterweise vollstes Verständnis - “An Ihrer Stelle wäre ich geplatzt” …