Mathilda & echte Leser

Jul 30, 2006 18:47 · 394 words · 2 minute read kultur menschen

Heute schaute heute noch jemand in ein Blog, der anschließend auf seinem Blog über mich berichtete - Wahnsinn! 🙂 . Willkommen, NetLektorin, freut mich, daß es dir gefallen hat! Und wenn ich jemals herausfinde, wie ich in WordPress eine Blogroll mache, dann wirst du einen Ehrenplatz darin bekommen.

Ansonsten gibts noch von Mathilda zu berichten - eine Ausstellung der Darmstädter Mathildenhöhe mit dem Titel Mathilda is calling. Ziemlich grauenhaft allerdings. Ok, ich erwartete nicht wirklich Guggenheim, aber wenigstens etwas Mühe hätten sich die Macher schon geben können.

Es gab allerdings zwei gute Szenen.

Erstens. In dem Raum, der mir am besten gefiel, waren 6500 (leere) Bordeaux-Flaschen längs aufeinander in die (raumhohen) Fenster gestapelt, was ein sehr herrliches Licht erzeugte. In der Mitte der Flaschen war eine sehr schmale schwarze Tür, welche in sehr großen Buchstaben Exit auf sich stehen hatte.

Drei junge Französinnen wollten dort hinausgehen, da der Andere “Ausgang” nicht wirklich als solcher zu erkennen war (ich wollte auch gerade hinterher). Da kam die Aufsicht und meinte, das ginge nicht, das sei kein Ausgang. Anschließend erklärte sie, warum nicht - ich werde das nicht wiederholen, das fällt in die Kategorie Vorsicht, Kunst!. Sie (eine der Französinnen) verstand offenbar nicht alles, und brachte das ganze auf den Punkt:

Französin (mit stark französischem Akzent): Also, Ausgang ist Kunst?

Aufsicht: Ja.

Ich schmiss mich weg.

Zweitens. Nicht ganz so lustig, aber unfreiwillig sehr komisch, da es vermutlich vom Künstler nicht exakt so gemeint war, wie es (zumindest auf mich) wirkte. Ein Raum, in dem 8 Leinwände (je 3 rechts und links und je eine stirnseitig) immer eine Gruppe von ständig künstlich lachenden Menschen zeigten. Sehr verstörend, wenn man den Sinn bzw. die Kunst dahinter sucht. Egal. Verlassen (und betreten) muss man den Raum, indem man um die Leinwände der Stirnseiten herum geht, dahinter sind die Türen. Und noch Beton-Büsten von irgendwelchen Menschen (bitte nicht nach einem Zusammenhang suchen, das ist Kunst).

Als ich etwas genervt den Raum verlassen wollte, ging ich also um die Leinwand, und sah ihn - eine riesige Büste eines grundlegend angepissten Menschen. Er exakt sah so aus, wie ich aussehen würde, wenn ich mir den ganzen Tag das Gegacker dieser “lachenden” Menschen anhören müsste. Eines der schönsten Ausstellungsstücke, meiner Meinung nach (auch ohne diesen Kontext beeindruckend - das Gesicht war 1,50m hoch und sehr ausdrucksvoll). Nach dessen Anblick lachte ich auch 🙂