Steigenberger

Apr 6, 2006 18:03 · 493 words · 3 minute read menschen

Ich schrub doch neulichst, daß ich verärgert aus dieser kleinen, netten Zigarren-Lounge herausging, da ich nicht essender Klasse war und daher nur barwürdig. Nun, das teilte ich auch dem Steigenberger Hotelmanagement mit. In freundlichen Worten, aber doch recht verärgert. Ich hasse sowas.

Hier die Antwort:

Sehr geehrter Herr XYZ,

Ihre E-Mail vom 04.04.2006 wurde an die Direktion unseres Hauses weitergeleitet.Wir bedauern außerordentlich, dass Sie bei Ihrem Besuch in unserem Zeppelino’s so sehr verärgert wurden, dass Sie in Zukunft davon absehen möchten, unser Restaurant noch einmal zu besuchen.

Wir versichern Ihnen, dass der von Ihnen geschilderte Sachverhalt, das unprofessionelle Verhalten unserer Mitarbeiterin, in keiner Weise dem Standard unseres Hauses entspricht.

Gerne werden wir Ihnen den Hintergrund, wie es zu dieser Aussage der Mitarbeiterin kam, erklären: In den Restaurants Zeppelino’s und Zeppelin Stüble haben wir Sitzplatzkapazitäten für insgesamt knapp 140 Personen, in unserem Gourmetrestaurant Olivo verfügen wir über maximal 32 Sitzplätze. Zusätzlich zu unseren Hausgästen (unser Haus verfügt über 189 Zimmer/300 Betten) kommen die Restaurantgäste von Außerhalb hinzu. Dies bedeutet, dass zu den Hauptessenszeiten zwischen 12.00 und 14.00Uhr und abends zwischen 18.00 und 21.00Uhr die Plätze an den Tischen in unseren Restaurants für Gäste, die speisen möchten, freigehalten werden müssen, um Engpässe zu vermeiden.

Wir hatten in der Vergangenheit massive Beschwerden von Gästen, die gerne Essen wollten, dies aber nicht tun konnten, bzw. die Speisen an der Bar zu sich genommen haben, da die Sitzplätze an den Tischen von Gästen belegt waren, die nur etwas getrunken haben. Wir konnten die Verärgerung dieser Gäste sehr gut nachvollziehen und haben auf diesem Grund, selbstverständlich auch unter Einbeziehung der betriebswirtschaftlichen Aspekte, festgelegt, dass die Tische zu den Hauptzeiten für Gäste, die Speisen verzehren möchten, freigehalten werden.

Es ist richtig, dass diese Richtlinie von der Direktion des Hauses, dem Linksunterzeichner, festgelegt wurde. Jedoch handelt es sich um eine Richtlinie, die situationsbedingt, je nach Belegung unseres Restaurants, individuell gehandhabt werden sollte. Wir haben nun erkannt, dass zukünftig von Seiten unserer Mitarbeiter präziser nachgefragt und auf die Bedürfnisse der Gäste noch genauer eingegangen werden sollte. Selbstverständlich werden wir unsere Mitarbeiter dahingehend erneut sensibilisieren bzw. schulen.

Sehr geehrter Herr XYZ, wir danken Ihnen wirklich sehr für Ihre offenen Worte, denn nur durch die ehrliche Mitteilung unserer Gäste sind wir ja in der Lage, unsere Serviceleistungen zu verbessern.

Wir hoffen auf Ihr Verständnis dafür, dass wir aus bereits oben genannten Gründen jedoch auch weiterhin an dieser Regelung festhalten werden. Zugleich bitten wir nochmals herzlichst um Entschuldigung dafür, dass wir Sie verärgert haben, was ganz bestimmt nicht in unserer Absicht lag.

Wir würden uns freuen, wenn Sie unsere Entschuldigung annehmen würden und Sie uns die Chance geben würden, Sie bei einem erneuten Besuch in unserem Hause von unserer Gastfreundschaft zu überzeugen.

Mit gastlichen Grüßen

Ihr STEIGENBERGER GRAF ZEPPELIN

Bernd A. Zängle i.V. Nicole Pflanz

Direktor Direktionsassistentin

Geil, oder? Ich hätte nicht gedacht, daß etwas kommt, und gleich so eine Entschuldigung ist doch wirklich nett. Ich werde wohl doch noch einmal dort vorbeischauen müssen 🙂