Gericht

Mar 15, 2006 14:31 · 231 words · 2 minute read leben menschen

Gestern war ja mein Mütterchen vor Gericht. Eine etwas irregeleitete Patientin verklagte sie auf - haltet euch fest - 40.000 € Schadensersatz incl. Schmerzensgeld. Keine Chance.

Aber ohne in die Details zu gehen: Die Verhandlung war lustig. Der Richter (der Vorsitzende der drei) hat zuallererst die Klägerin gefragt, warum sie bitte das Medikament ca. drei mal so lange zu sich genommen hat, wie eigentlich verschrieben. Hm. Daraufhin kam sie etwas ins Schwimmen, woraufhin sie vom Gericht ein Vergleichsangebot über 7.500 € bekam - ein Fünftel der Summe. Gerichtskosten wären dann auch etwa so aufgeteilt worden.

Sie lehnte ab. Unser Anwalt meinte nur: “Schade, gab gar keinen richtigen Kampf”.

Aber: Die Klage steht auf sehr wackligen Füßen, der einzige Angriffspunkt ist eine rechtliche Haarspalterei (Verletzung der Aufklärungspflicht), die aber erst dann zum Tragen kommt, wenn überhaupt nachgewiesen werden kann, daß eben jenes Medikament verantwortlich ist für die Krankheit. Und das ist nahe bei unmöglich. (Überhaupt ist die Klage eine Unverschämtheit, aber ich möchte hier nicht ins Detail gehen).

Also, es wird spannend. Und wenn das Vergleichsangebot schon - nach mehrmaligem Hinweis auf “Mitschuld” der Klägerin - eine 1:4 Aufteilung war, dann denke ich nicht, daß hier viel zu befürchten ist. Eher im Gegenteil.

Ha!

(ach ja, mein Mütterchen hat nicht einen Satz gesagt, während der ganzen Verhandlung - der Richter wollte nur das Ding loswerden durch einen Vergleich, keine Diskussionen 🙂 )